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30 neue „Abwasser-Botschafter“ ernannt

Aegidienberger Grundschüler erhalten ihre Ausweise nach dem Besuch der Schülerakademie

AEGIDIENBERG. Sie gehören nun zum „Diplomatischen Corps“: 30 Dritt- und Viertklässler der Theodor-Weinz-Schule dürfen sich nun „Abwasser-Botschafter“ nennen. Die Ernennung erfolgte an Ort und Stelle: Im Klärwerk des Abwasserwerkes Aegidienberg überreichten Betriebsleiter Marcus Killat und Schulleiterin Rita Bachmann die Ernennungsurkunden. Zuvor hatten die Mädchen und Jungen eine umfassende Ausbildung durchlaufen, wie sich das eben für einen echten Botschafter gehört.

Nach einer ersten Schülerakademie im Talbereich der Stadt für die dortigen Grundschüler im vergangenen Jahr zogen nun die Aegidienberger nach. Künftig soll die Ausbildung abwechselnd für den Tal- und Bergbereich stattfinden. Ziel ist, dass diese kleinen Diplomaten in allen Klassen ihrer Schule, aber auch zu Hause immer wieder auf richtiges Verhalten hinweisen.

Maria-Elisabeth Loevenich vom Codewalk ICT Consulting, die im Auftrag des Abwasserwerkes diese Bildungsmaßnahme organisierte, zeigte ihren kleinen Studenten zunächst den von Kinderreportern des WDR in Bad Honnef gedrehten Film „Unter den Straßen“, der einen Einblick in das Kanalsystem unter der Stadt mit 130 Kilometern Kanalrohren vermittelte. So lernten sie auch den Weg des Abwassers verstehen.

Experimente wurden durchgeführt. So war zum Beispiel das Team „Frosch“ aktiv, das sich um das Thema umweltfreundliche Produkte kümmerte. Die Kinder stellten fest, dass es Reinigungsmittel gibt, in denen sich keine Plastikmikroteile und chemischen Giftstoffe befinden. Die Zeichen PE und PP auf den Etiketten indes lassen auf die Verwendung schließen. Loevenich: „Wir haben eine weltweite Verantwortung für den Wasserkreislauf. Deshalb ist es wichtig, wie wir mit dem Reinigen und dem Müll umgehen.“

Die Schüler erfuhren, dass Essensreste nicht über die Toilette entsorgt werden dürfen, weil das Ratten anzieht. Bei der Besichtigung des Klärwerks wurde ihnen deutlich, was es bedeutet, wenn Wattestäbchen, Feucht- und Putztücher achtlos in die Toilette geworfen werden und so in den Abwasserkreislauf geraten. Dadurch können mechanische Abwasserreinigungsmaschinen beschädigt werden, die Tücher bleiben in den Rechenzähnen hängen und verstopfen die Pumpen. „Diese Dinge müssen in den Hausmüll. In Toiletten gehört lediglich Toilettenpapier.“ Die Verhaltensmaßregeln können die Botschafter aber auch auf den Rückseiten ihrer Ausweise noch einmal nachlesen oder sie bei ihrem aufklärenden Wirken schwarz auf weiß vorzeigen.

Beim gemeinsamen virtuellen Wasserfrühstück gab es für jedes Kind einen Schokoriegel. Die Süßigkeit hatte jedoch einen bitteren Beigeschmack. Die Schüler errechneten mit Maria-Elisabeth Loevenich die Wassermenge, die für die Produktion eines solchen Riegels erforderlich ist.

Dabei wurde auch die Regenmenge einbezogen oder die Produktion der Verpackung. Und die angehenden Botschafter staunten, als sie feststellten, dass für jeden Schokoriegel 300 Liter Wasser benötigt werden. Auch dabei wurde ihnen der Satz von der weltweiten Verantwortung für den Wasserkreislauf deutlich. In der Kläranlage wurde außerdem ein Quiz durchgeführt. Der Lösungssatz: „Sauberes Wasser ist ein Menschenrecht.“   oro

Quelle: General-Anzeiger-Bonn vom 02.03.2018

Last changed: 02.03.2018 at 06:07
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