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Auf dem Bun­gee-Tram­po­lin hoch hin­aus

Wäh­rend der Kir­mes zieht drei Ta­ge ver­füh­re­ri­scher Riev­ko­oche-Duft durch Ae­gi­dien­berg

AE­GI­DIEN­BERG. Es muss nicht im­mer al­les ganz per­fekt sein, denn dann ist es – so Bürg­er­meis­ter Ot­to Neu­hoff – meis­tens „um­so schö­ner“. Das „nicht ganz so Per­fek­te“ er­eig­ne­te sich bei der Ae­gi­dien­ber­ger Riev­ko­oche-Kir­mes dann gleich zum Auf­takt: Beim tra­di­tio­nel­len Fass­an­stich fehl­te das wich­tigs­te Uten­sil, näm­lich der Ham­mer. Neu­hoff ver­such­te es kur­zer­hand mit der Faust, schei­ter­te aber kläg­lich – da nutz­te auch der Trom­mel­wir­bel des Spiel­manns­zu­ges der KG Klä­äv Botz Ae­gi­dien­berg we­nig. Da der Ham­mer un­auf­find­bar blieb, muss­te es ein höl­zer­ner Un­ter­leg­keil tun, den ei­ne Pass­an­tin glü­ckli­cher­wei­se am Ran­de ent­deck­te – nicht per­fekt, aber Haupt­sa­che das Bier spru­del­te.

Und um­so schö­ner war dann auch das ge­sam­te nach­fol­gen­de Kir­mes­trei­ben: zahl­rei­che Be­su­cher, fröh­li­che Stim­mung und strah­len­de Kin­der­au­gen, da­zu war­mer Son­nen­schein vom Him­mel. Bes­ser hät­te es kaum kom­men kön­nen. „Ae­gi­dien­berg ist wie Ur­laub“, brach­te es der Bürg­er­meis­ter denn auch auf den Punkt.    Für den ver­füh­re­ri­schen Riev­ko­oche-Duft, der am Wo­che­nen­de durch die Stra­ßen in Jil­lien­berg zog, zeich­ne­te in die­sem Jahr der Kir­chen­chor Cä­ci­lia ver­ant­wort­lich. In der klei­nen Holz­bu­de ne­ben der Büh­ne auf dem Kir­mes­platz wur­den Rei­be­ku­chen am lau­fen­den Band ge­brut­zelt. Für die 28 ak­ti­ven Chor­sän­ger und ih­re flei­ßi­gen Hel­fer war an den drei Kir­mes­ta­gen Schicht­dienst an­ge­sagt. „Das ist ganz schön viel Ar­beit, wir sind ja auch al­le nicht mehr die Jüngs­ten“, so Vor­sit­zen­de Ul­ri­ke Mül­ler. Und das galt nicht nur für das ei­gent­li­che Riev­ko­oche-Ba­cken. Auch im Vor­feld hat­te es et­li­ches zu or­ga­ni­sie­ren ge­ge­ben, von der Wein­aus­wahl über die rich­ti­ge Bier­sor­te bis hin zur Fra­ge: Wo ho­len wir das am be­sten? „Man lernt im­mer wie­der neu da­zu“, sag­te Mül­ler und schmun­zel­te. Ins­ge­samt 97 Hel­fer sorg­ten für ei­nen rei­bungs­lo­sen Ab­lauf und vor al­lem da­für, dass die Riev­ko­oche-Pfan­ne nie leer blieb. Die­se wur­de üb­ri­gens am Kir­mes­mon­tag an den Män­ner­ge­sang­ver­ein Lie­der­kranz wei­ter­ge­ge­ben, denn bei der Or­ga­ni­sa­ti­on und Durch­füh­rung der Kir­mes wech­seln sich die vier Orts­ver­ei­ne – da­zu zäh­len auch die Kar­ne­va­lis­ten so­wie die Sport­freun­de – im jähr­li­chen Rhyth­mus ab. Bürg­er­meis­ter Neu­hoff lob­te die­se „Vier-Frucht-Fol­ge“ aus­drü­cklich: „Last und Freu­de sind so gleich­mä­ßig ver­teilt.“ Dies sei ein tol­les Bei­spiel für So­li­da­ri­tät und ge­sell­schaft­li­ches En­ga­ge­ment.

Ne­ben den ku­li­na­ri­schen Le­cker­ei­en lock­te der Jil­lien­ber­ger Rum­mel na­tür­lich auch wie­der mit vie­len At­trak­tio­nen für Groß und Klein: vom Au­to­scoo­ter über Los­bu­den bis hin zum Kin­der­ka­rus­sell. Vom Bun­gee-Tram­po­lin aus konn­te man hüp­fen­der­wei­se bei­na­he den glei­chen Fern­blick ge­nie­ßen wie die vier Bei­er­leu­te vom Turm der Ae­gi­di­us-Kir­che aus. Tra­di­tio­nell wird die Kir­mes Jahr für Jahr von den Glo­cken der ka­tho­li­schen Pfarr­kir­che ein­ge­läu­tet, und die wie­der­um wur­den von Ste­fan Schwe­big, Lei­ter des Kir­chen­cho­res, sei­ner Frau Ka­rin so­wie den bei­den Chor­sän­gern Bern­hard Tee­pe und Klaus Mül­ler auf höchst me­lo­di­sche Art und Wei­se zum Klin­gen ge­bracht. Auch am Sonn­tag konn­ten die Ae­gi­dien­ber­ger ih­re Kir­chen­glo­cken noch ein­mal „sin­gen“ hö­ren.  qg

Quelle: General-Anzeiger-Bonn vom 05.09.2017

Last changed: 05.09.2017 at 05:09
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