skip to content
  Sie sind hier: Home
Home >>

Autofahrer brauchen starke Nerven

Bonn-Triathlon und Reitwettbewerb führen zu Verkehrsengpässen im Siebengebirge

Von Claudia Sülzen und Hansjürgen Melzer

Siebengebirge. Die achtwöchige Sperrung der L 331 beginnt zwar erst am 19. Juni. Doch auch am Sonntag, 11. Juni, brauchen Autofahrer im Siebengebirge starke Nerven. Die Landesstraße 143 ist wegen des Bonn-Triathlons mindestens von 10 bis 13 Uhr zwischen Freckwinkel/Uthweiler und Aegidienberg gesperrt. Gleichzeitig finden in Aegidienberg ein Qualifikationsturnier zur Islandpferde-Weltmeisterschaft und in Oberpleis die Kirmes statt. Die Ortsdurchfahrt ist nicht möglich. Im Bad Honnefer Tal sorgen das Rosenfest in der City und die „Mittelrhein Offroad“ in den Weinbergen für Besucher-Andrang.

Triathlon-Cheforganisator Joachim Sommershof staunte nicht schlecht, als er am Dienstagabend die 60 Kilometer lange Radstrecke durch das Siebengebirge abfuhr. Dass Aegidienberg von Donnerstag bis Sonntag fest in der Hand der Reiter ist, war ihm bis dahin nicht bekannt. Er hatte seine Genehmigung beim Rhein-Sieg-Kreis beantragt, der die Städte informiert hatte. Sommershof fragte sich, wie das Gangpferdezentrum zu erreichen sei, da doch die Ortsdurchfahrt für die 1300 Triathleten auf ihren Rennmaschinen gesperrt ist. Normalerweise erreichen die Triathleten über die L 143 aus Brüngsberg kommend Aegidienberg und biegen dann über die ebenfalls gesperrte L 83 nach Ittenbach ab. Kurz vor der L 331 befindet sich der erste Wendepunkt. Von dort geht es zurück nach Aegidienberg und über die Aegidienberger Straße (L 143) bis zum Kreisel in Himberg. Damit wäre die Zufahrt zum Gangpferdezentrum versperrt.

Nichts von der Überschneidung ahnte auch Walter Feldmann, Ausrichter der WM-Qualifikation der Islandpferdereiter. Insofern habe es ihn überrascht, als am Dienstag Sommershof und am Mittwoch ein Tross aus Behördenvertretern auf seinem Gestüt erschien, sagte er dem GA. Denn: Die Veranstaltung unterscheide sich nicht von vielen Wettbewerben, die seit 1965 auf dem Gestüt stattgefunden haben. Das gelte auch für die erfolgte Genehmigung. Zu Irritationen habe offenbar geführt, dass die maximale Starterzahl im Internet mit 999 angegeben worden sei. Der Verband fordere normalerweise eine Starterbegrenzung. Da eine solche bei einer WM-Qualifikation nicht möglich sei, habe die Zahl 999 nur dem Zweck gedient, den Teilnehmern Startgarantie zu signalisieren. Das Gros der rund 300 Starter habe schon am Mittwoch rund um das Gestüt die Zelte aufgeschlagen, so Feldmann. Eng werden dürfte es in Aegidienberg trotzdem, reisen doch Zuschauer an. Ordnungsamt, Mitarbeiter der Bauordnung und des Kreises machten sich darum vor Ort ein Bild der Lage. „Alle waren sehr bemüht. Wir konnten offene Fragen klären“, so Feldmann. So zum temporären Parken auf einer Wiese: Das, so der Kreis auf GA-Anfrage, sei nicht beantragt gewesen. Da es aber genehmigungsfähig sei, werde es auch jetzt geduldet.

Für eine Entschärfung der Situation sorgt vor allem Sommershof. „Ich werde den zweiten Wendepunkt um 600 Meter nach vorne legen.“ Statt am Himberger Kreisel sollen die Triathleten bereits in Höhe der Feuerwache auf der Aegidienberger Straße kehrtmachen. Für die Sportler bedeutet das eine 1200 Meter kürzere Radstrecke. Die Pferdefans können damit von Himberg aus anfahren, nicht aber von Ittenbach. Kein Problem haben die Triathleten mit der Oberpleiser Kirmes. „Die Kirmes tangiert uns weniger“, so Sommershof. Nico Graefe, Pressesprecher der Stadt Königswinter, weist darauf hin, dass die Kirmes und der Triathlon nicht zum ersten Mal am selben Tag stattfinden. „Das hat immer funktioniert.“ Das Befahren der Kreuzung der L 143 Richtung Pleiserhohn oder Frohnhardt sei weiterhin möglich. Die RSVG werde den Busverkehr auf der L 143 zwischen 10 und 13 Uhr einstellen. Dass zwei genehmigungspflichtige Veranstaltungen mit großer Sogwirkung aufeinander prallen würden, sorgte jedenfalls für Aufregung. Die Stadt Bad Honnef dazu: „Der Bonn-Triathlon war weit im Vorfeld angemeldet. Inhalt und Ausmaß der Veranstaltung von Herrn Feldmann waren der Stadt erst Mitte der Woche bekannt, wodurch eine kurzfristige Koordinierung nötig war.“ Dies sei „im Einvernehmen aller Beteiligten erledigt“ worden, „fehlende Genehmigungen wurden nachträglich beantragt“. Auch seien „alle noch erforderlichen Maßnahmen besprochen und bereits zu großen Teilen umgesetzt“. Was die Nachbarschaft angehe, so sei diese vorab umfassend informiert worden; geeigneter Schallschutz sei in die Wege geleitet, Parkplätze seien ausgeschildert. Feldmann kündigte an, mit den Behörden im Gespräch zu bleiben, um für die Zukunft Maßnahmen abzustimmen.

Quelle: General-Anzeiger-Bonn vom 09.06.2017

Last changed: 09.06.2017 at 05:20
Back