skip to content
  Sie sind hier: Home
Home >>

Faszination Feuerwehr

Ehrenamtliche Retter luden zum Kennenlernen in ihre Standorte ein. Nachwuchsarbeit im Fokus

Bad Honnef. Das Lenkrad fest im Griff, schaute Tobias Faßbender aus seiner erhöhten Position durch die Windschutzscheibe. So fühlt es sich also an, ein Feuerwehrmann zu sein. Der Zehnjährige hatte es sich am Tag der Feuerwehr nicht nehmen lassen, sich hinter das Steuer des Feuerwehrfahrzeuges zu klemmen – ein LF 10/6, wie Feuerwehrsprecher Björn Haupt erläuterte. Ausgerüstet mit einer starken Pumpe, werde dieser Wagen hauptsächlich für größere Löscharbeiten eingesetzt.

Eine ganze Reihe von faszinierten Kindern bemannte am Tag der Feuerwehr Drehleitern und Fahrzeuge und ging auf Tuchfühlung mit der Ausrüstung, deren Verwendungszweck die danebenstehenden Feuerwehrleute geduldig erklärten. Seine Anfänge hatte die Aktion, die auch in den Standorten Aegidienberg und Rhöndorf veranstaltet wurde, mit einer Funkumstellung im Kreis vor vier Jahren. „Wir waren während der Umstellung nur im Zeughaus erreichbar und hatten deshalb mit gut fünfzehn Feuerwehrleuten Bereitschaftsdienst. Das haben wir dann einfach genutzt,“ so Haupt – der Tag der Feuerwehr war geboren. Auf der einen Seite gilt der Tag seither der Fahrzeugpflege, auf der anderen Seite erhält die Bevölkerung einen Blick hinter die Kulissen. „Wir suchen damit auch den Dialog mit der Bevölkerung“, so Haupt. Neben der Fahrzeugpräsentation wurde gegrillt und Kuchen verkauft. Letztere Aufgabe übernahmen Mitglieder der Jugendfeuerwehr, die auch beantworteten, was die Feuerwehr so attraktiv macht. Florian Schlüter, 14 Jahre, war etwa schon immer von den großen Autos beeindruckt. „Ich kannte hier schon ein paar Leute, da bin ich dann einfach mal mitgegangen – und geblieben.“ Die Arbeit mit den vielen Leuten mache Spaß, so Florian. Sein nächstes großes Highlight: Die 24 Stunden Übung auf der Wache. „Es kann also auch sein, dass wir um drei Uhr nachts rausmüssen. Ein bisschen wie beim aktiven Dienst.“

Diesen strebt Florian ebenso wie Luzilda Sive an. Durch ihren Vater, ebenfalls Feuerwehrmann in Selhof, hat die 13-Jährige die Arbeit und den Gemeinschaftsgeist der Feuerwehr kennengelernt. Ihr Antrieb: „Ich will Menschen helfen.“ Deshalb ist sie seit September 2017 Mitglied. Neben Florian und Luzilda steht Anja Sudholt, die noch einen weiteren Grund anführt: „Es ist etwas anderes als der Sportverein. Als Mädchen wird man dafür zwar manchmal komisch angeguckt. Hier bei uns macht so was aber keinen Unterschied.“ Eine Tatsache, die Jugendwartin Patricia Wiesel stolz macht. „Unsere Feuerwehr ist offen für Gott und die Welt.“ Und das beschränkt sich nicht nur auf das Geschlecht: Die Feuerwehr ist international und altersmäßig gemischt. „Jeder kann sich unsere Arbeit anschauen und mitmachen, auch Quereinsteiger.“ Apropos einsteigen: Tobias Probesitzen im Feuerwehrauto hatte durchaus Symbolkraft. Denn mit dem Erreichen des zehnten Lebensjahres darf man der Jugendfeuerwehr beitreten. Den ausgefüllten Antrag dafür hatte Tobias' Vater schon in der Tasche. mab

Quelle: General-Anzeiger-Bonn vom 12.03.2018

Last changed: 12.03.2018 at 07:49
Back