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Sonntag, 30. April 2017

Traditionelles Maiansingen

19:00 Uhr, auf dem Ae­gi­diu­splatz

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Ide­en für ein Haus der Be­geg­nung

Bad Hon­nef lobt für den Bau am Re­der­schei­der Weg ei­nen Ar­chi­tek­ten­wett­be­werb aus

Von Clau­dia Sül­zen

Ae­gi­dien­berg. Es sei ein „qua­li­ta­ti­ver Wett­be­werb der Ide­en“, bie­te „Luft zum Ex­pe­ri­ment“ und die „Chan­ce, ei­ne Mar­ke zu set­zen“, sag­te Fa­bia­no Pin­to, Chef des Ge­schäfts­be­rei­ches Städ­te­bau im Bad Hon­ne­fer Rat­haus. Ge­mein­sam mit Jo­han­nes Su­chy vom Bon­ner In­ge­ni­eur­bü­ro für Ver­mes­sung, Pla­nung und Stadt­ent­wi­cklung gab Pin­to den Start­schuss zum Ar­chi­tek­ten­wett­be­werb für das Be­geg­nungs­haus am Re­der­schei­der Weg in Rott­bit­ze.

Ab so­fort kön­nen Bü­ros die so­ge­nann­ten Aus­lo­bungs­un­ter­la­gen an­for­dern, da­nach ihr In­te­res­se an der Teil­nah­me mit­tels Kurz­be­wer­bung be­kun­den. Nach wei­te­ren Schrit­ten im Be­wer­bungs­ver­fah­ren soll im Mai die Ent­schei­dung fal­len, wie das Be­geg­nungs­haus letzt­lich aus­se­hen wird.

Knapp ein Jahr ist es her, da er­reich­te Bad Hon­nef die gu­te Kun­de aus Düs­sel­dorf: Das Land, so teil­te das Baum­in­is­te­ri­um mit, för­dert im Son­der­pro­gramm „Hil­fen im Städ­te­bau für Kom­mu­nen zur In­teg­ra­ti­on von Flücht­lin­gen“ den Bau ei­nes Be­geg­nungs­hau­ses so­wie ei­ne Fach­kraft im Rat­haus zur Un­ter­stüt­zung des Eh­ren­am­tes. Ins­ge­samt flie­ßen 497 000 Eu­ro nach Bad Hon­nef, das ent­spricht ei­nem För­der­satz von 70 Pro­zent. Das Gros ent­fällt auf das Be­geg­nungs­haus, das ge­schätzt 440 000 Eu­ro kos­ten soll.

Die Mit­ar­bei­te­rin – die Stel­le ist auf zwei Jah­re be­fri­stet – hat ih­re Ar­beit, wie be­rich­tet, be­reits auf­ge­nom­men. Noch nicht an­ge­sto­ßen war bis­lang die Pla­nung des Be­geg­nungs­hau­ses. Denn, so Pin­to: Zu­nächst sei­en Fra­gen der Flücht­lings­un­ter­brin­gung vor­dring­lich ge­we­sen, ge­wiss­er­ma­ßen un­ter dem „Druck der Ef­fi­zienz“. Am Re­der­schei­der Weg auf dem ehe­ma­li­gen Wo­che­nend­platz in Rott­bit­ze ent­stand ei­ne Un­ter­kunft mit 36 Mo­bil­hei­men. Das Ge­län­de hat die Stadt mitt­ler­wei­le er­wor­ben. Der­zeit le­ben dort 61 Flücht­lin­ge. 22 Mo­bil­hei­me ste­hen ge­gen­wär­tig leer – noch, so die Stadt­ver­wal­tung. Denn un­ter an­de­rem wol­le sie Miet­ob­jek­te kün­di­gen, die nicht wirt­schaft­lich sei­en; durch Um­zü­ge wür­den dann wei­te­re Mo­bil­hei­me be­legt. Zu­dem er­war­te der Fach­dienst Asyl auch wie­der Flücht­lin­ge, die neu nach Bad Hon­nef zie­hen. Ei­ne Re­ser­ve für die Un­ter­brin­gung sei da­her wei­ter­hin sinn­voll. Pin­to: „Wir sind da halt auch Ge­trieb­ene der gro­ßen Welt­po­li­tik.“

Die pu­re Un­ter­brin­gung sei ge­wiss nur das Ei­ne. Die Be­geg­nung der Hon­ne­fer und der hier le­ben­den Flücht­lin­ge, al­so Ver­stän­di­gung und In­teg­ra­ti­on als lang­fri­sti­ges An­lie­gen, sei das An­de­re, be­tont Pin­to. Kon­tak­te, Ge­ben und Neh­men brau­chen aber ei­nen Ort der Be­geg­nung am Re­der­schei­der Weg. Ent­ste­hen soll die­ser auf ei­nem Teil des Ge­län­des, das wie ein Por­tal die dort le­ben­den Flücht­lin­ge, Be­su­cher und An­rai­ner zu­sam­men­brin­gen kön­ne. Bei die­sem wich­ti­gen An­lie­gen ha­be die Stadt trotz der be­schränk­ten Mit­tel den An­spruch, ei­ne „ge­stal­te­risch wie funk­tio­nal hoch­wer­ti­ge bau­li­che Lö­sung zu rea­li­sie­ren“, drückt es Pin­to aus. Und eben da kom­me der Wett­be­werb ins Spiel, der in­ner­halb des Ge­samt­ver­fah­rens vom Land mit­ge­för­dert sei und nun mit Un­ter­stüt­zung Su­chys in die Tat um­ge­setzt wird.

Ge­sucht wird die be­ste Lö­sung, für die die Stadt – auch mit Blick auf die zur Ver­fü­gung ste­hen­den Gel­der – ei­nen Rah­men vor­gibt. Ge­dacht ist an ein et­wa 200 Qua­drat­me­ter gro­ßes Haus in Leicht­bau­kons­truk­ti­on, das mo­bil blei­ben soll. Heißt: Im Fal­le ei­nes Fal­les soll es mög­lich sein, das Haus zu ver­set­zen. Al­le Räu­me sol­len viel­fäl­tig nutz­bar oder kom­bi­nier­bar sein. Ein­hei­mi­sche und Flücht­lin­ge sol­len zu­dem nach Mög­lich­keit am Bau mit­wir­ken kön­nen.

Die Zahl der teil­neh­men­den Ar­chi­tek­tur­bü­ros – mög­lich ist laut Stadt auch die Teil­nah­me von Hand­werks­be­trie­ben, die mit ei­nem Ar­chi­tek­ten zu­sam­men­ar­bei­ten – ist auf zwölf be­grenzt. Ge­hen mehr als zwölf Be­wer­bun­gen ein, ent­schei­det das Los da­rü­ber, wel­che zwölf Bü­ros zur Teil­nah­me ein­ge­la­den wer­den. Ei­ne eh­ren­amt­lich be­setz­te Fach­ju­ry schließ­lich ent­schei­det über die drei be­sten Ent­wür­fe. Pin­to: „Es wä­re schön, wenn wir ei­ne gro­ße Re­so­nanz hät­ten. Und es wird si­cher auch span­nend sein für die Teil­neh­mer, das um­zu­set­zen. Das Ex­pe­ri­men­tel­le ist ge­wiss auch ein Reiz der Auf­ga­be.“

Quelle: General-Anzeiger-Bonn vom 16.03.2017

Last changed: 16.03.2017 at 06:16
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