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Kei­ne Se­kun­dar­schu­le für Ae­gi­dien­berg

WEI­TER­FÜH­REN­DE SCHU­LEN Ne­ben Aus­deh­nung des Gym­na­si­ums auf die Haupt­schu­le wird Neu­bau ge­prüft

Von Ka­trin Jan­ßen

Bad Hon­nef. Dass der 60 Jah­re al­te Bau des Sie­ben­ge­birgs­gym­na­si­ums zu klein und drin­gend sa­nie­rungs­be­dürf­tig ist und schlicht nicht mehr dem ent­spricht, was heu­te von ei­ner Schu­le er­war­tet wird – da­rin schei­nen sich al­le ei­nig. Und da­rin, dass sich schnell et­was än­dern muss. Und mehr­heit­lich ist der Schul­aus­schuss auch der Mei­nung: Das Si­bi darf nicht durch die Er­rich­tung ei­ner Se­kun­dar­schu­le in Ae­gi­dien­berg ge­schwächt wer­den. Wenn es an die­ser, auch da gab es Zwei­fel, über­haupt aus­rei­chend In­te­res­se gibt.

Moch­te man auch nicht in al­len Punk­ten dem Schul­ent­wi­cklungs­plan fol­gen, beim Si­bi war man sich weit­ge­hend ei­nig. Dort gibt es zwei­fel­soh­ne ein räum­li­ches De­fi­zit. Und das dürf­te sich, wie auch die Ver­wal­tung be­stä­tig­te, durch die Rück­kehr zu G 9 noch wei­ter ver­schär­fen. Da die Lö­wen­burg­schu­le für die Po­li­tik als Er­wei­te­rungs­stand­ort nicht in Fra­ge kam, wird nun die aus­lau­fen­de Kon­rad-Ade­nau­er-Haupt­schu­le ins Au­ge ge­fasst. „Der Schul­lei­ter hat mir ver­si­chert, die Räu­me sei­en nicht 'ab­ge­rockt'“, be­rich­te­te die Schul­aus­schuss­vor­sit­zen­de Pe­tra Kan­sy (CDU). Laut der Er­sten Beige­ord­ne­ten Cig­dem Bern stün­den dort 14 Klas­sen- so­wie acht Fach­räu­me zur Ver­fü­gung. Si­bi-Schul­lei­ter Jo­achim No­wak rea­gier­te zu­rück­hal­tend auf die Idee. Ob ei­ne „Wan­de­rungs­be­we­gung“ zur At­trak­ti­vi­täts­stei­ge­rung bei­tra­ge, sei frag­lich, die Aus­la­ge­rung be­stimm­ter Be­rei­che wie der Ober­stu­fe sah er kri­tisch. „Aber wir wer­den uns das si­cher an­se­hen“, so No­wak. Hin­ge­gen be­grüß­te er aus­drü­cklich Über­le­gun­gen, ei­nen Neu­bau prü­fen zu las­sen. Dass die Stadt die 30 bis 35 Mil­lio­nen da­für nicht leis­ten kann, scheint klar. Statt­des­sen soll nun ge­mein­sam mit der ÖPP-Task For­ce des Lan­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums nach Mög­lich­kei­ten ge­sucht wer­den. Ei­ne kla­re Ab­sa­ge er­teil­te No­wak er­neut jed­we­den Über­le­gun­gen, ei­ne wei­te­re wei­ter­füh­ren­de Schu­le in Ae­gi­dien­berg zu er­rich­ten. „Da­durch wird das Si­bi nicht ge­stärkt, son­dern ge­schwächt.“ Auch sei die Se­kun­dar­schu­le „kei­ne Schul­form der Zu­kunft“. Ein zwei­ter Stand­ort des Si­bis im Berg­be­reich schwä­che die Schu­le und ihr An­ge­bot als Gan­zes. Dem konn­ten die meis­ten Po­li­ti­ker, auch mit Blick auf die „Kon­kur­renz“ durch die neue Ge­samt­schu­le Sankt Jo­sef, durch­aus fol­gen. Die meis­ten sa­hen eher ein Pro­blem des schlech­ten Öf­fent­li­chen Nah­ver­kehrs beim Schü­ler­trans­port als ein Schul­pro­blem. An­ders Klaus Weg­ner (Grü­ne) und Kers­tin Sal­chow (SPD). Der Grü­ne mach­te ei­ne „Ver­nach­läs­si­gung der Berg­re­gi­on“ aus, es gel­te die Al­ter­na­ti­ve ei­ner Se­kun­dar­schu­le zu prü­fen. Den Hin­weis, dass der Schul­ent­wi­cklungs­plan ge­nau dies ge­tan ha­be, ließ er nicht gel­ten. Nicht nur zwei­fel­te er des­sen Zah­len ge­ne­rell an, er sah gar ei­nen man­geln­den „Rea­li­täts­be­zug“. Zu­dem sah er ei­nen wei­taus grö­ße­ren Ein­zugs­be­reich. Auch Sal­chow ver­sprach sich ei­ne Stär­kung Ae­gi­dien­bergs durch ei­ne Se­kun­dar­schu­le, „auch wenn die­se be­stimmt nicht das Non­plus­ul­tra ist“. Aber man kön­ne sie ja im­mer noch in ei­ne Ge­samt­schu­le um­wan­deln, wenn das In­te­res­se be­ste­he.

Mehr­heits­fä­hig war die­se Hal­tung je­doch nicht. So wur­de be­schlos­sen, die Ver­wal­tung zu be­auf­tra­gen zu prü­fen, in­wie­weit sich der Raum­be­darf des Si­bis durch Nut­zung der KaSch si­cher­ge­stellt wer­den kann und wie sich ge­ge­be­nen­falls ein Neu­bau im ÖPP-Ver­fah­ren rea­li­sie­ren lässt. Sal­chow ent­hielt sich der Stim­me, Weg­ner stimm­te ge­gen den Be­schluss.

Quelle: General-Anzeiger-Bonn vom 07.12.2017

Last changed: 07.12.2017 at 06:16
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