skip to content
  Sie sind hier: Home
Home >>

Klas­sik mit Scho­ko­la­den­duft

Mit Lu­le Ele­zi und Al­ban Pen­gi­li er­öff­ne­ten Mu­si­ker von in­ter­na­tio­na­lem For­mat die Kon­zert­rei­he in der Ma­nu­fak­tur Cop­pe­neur

Von Mat­thi­as Be­cko­nert

Ae­gi­dien­berg. Wer ei­ne Ver­bin­dung zwi­schen Pjotr Il­jitsch Tschai­kow­ski und Scho­ko­la­de sucht, der kann erst mal nur mut­ma­ßen. Über die Sü­ßig­kei­ten­vor­lie­ben des rus­si­schen Kom­po­nis­ten ist näm­lich nicht viel be­kannt. Im­mer­hin: Ei­nes der Stü­cke bei Ma­schas Rei­se durch das „Reich der Sü­ßig­kei­ten“ im Bal­lett „Nuß­kna­cker“ han­delt von der aus Ka­kao ge­won­ne­nen Sü­ßig­keit. Ei­ne wei­te­re Ver­bin­dung gibt es seit dem er­sten Kon­zert der Rei­he „Klas­sik zu Gast bei Cop­pe­neur“. Mit Lu­le Ele­zi (Pia­no) und Al­ban Pen­gi­li (Vio­li­ne) spiel­ten zwei in­ter­na­tio­nal be­kann­te Mu­si­ker im Au­di­to­ri­um der Bad Hon­ne­fer Scho­ko­la­den­ma­nu­fak­tur Wer­ke von Tschai­kow­ski und an­de­ren.

Da­bei war die Ver­an­stal­tungs­hal­le al­lein schon se­hens­wert. Ge­zielt wur­de Stil­vol­les, et­wa der glän­zen­de schwar­ze Flü­gel, mit in­dus­tri­el­len Ele­men­ten kom­bi­niert. Das Po­dest für das In­stru­ment be­stand aus Pa­let­ten. Di­cke of­fen­lie­gen­de Roh­re, grob struk­tu­rier­tes Mau­er­werk, gro­ße Fens­ter, die den Blick auf die Pro­duk­ti­ons­hal­len er­öff­ne­ten. „Glü­cklich und auch stolz“ be­grüß­te Haus­herr Oli­ver Cop­pe­neur die Kon­zert­gäs­te, und so dürf­ten sich auch Die­ter Lütt­ke und Her­bert Groe­ger füh­len, die das Ver­an­stal­tungs­pro­gramm in nur drei Mo­na­ten auf die Bei­ne ge­stellt und eben auch Ele­zi und Pen­gi­li zu dem Auf­tritt in Bad Hon­nef ver­pflich­tet ha­ben.

Und die­se Wahl war her­vor­ra­gend! Ele­zi, ne­ben ih­rer Kar­rie­re als So­lis­tin Pro­fes­so­rin für das Fach Pia­no an der Uni­ver­si­tät in Pris­ti­na, so­wie der Al­ba­ner Pen­gi­li, der nun nach sei­nem Stu­di­um an der Folk­wang Uni­ver­si­tät Es­sen als Kon­zert­meis­ter im Sin­fo­nieor­ches­ter der Stadt Bot­trop ar­bei­tet, zo­gen die Zu­schau­er von ih­rem er­sten Stück an – der „Va­ria­ti­on über ein The­ma von Co­rel­li“ von Giu­sep­pe Tar­ti­ni – in ih­ren Bann. Die Künst­ler über­tru­gen die ganz be­son­de­re Stim­mung der Stü­cke in den Saal. Bei Pen­gi­li sind be­son­ders die ab­wech­slungs­rei­chen „Zi­ge­un­er­wei­sen“ von Pa­blo de Sa­ra­sa­te zu nen­nen, in de­nen er auf der Vio­li­ne Emo­tio­nen von wil­der Freu­de bis tie­fer Sehn­sucht her­auf­be­schwor. Be­glei­tet wur­de er da­bei von Ele­zi, die bei dem höchst vir­tuo­sen „Scher­zo Nr. 2“ von Cho­pin auch so­lo ihr gan­zes Kön­nen un­ter Be­weis stell­te.

Und wäh­rend die Zu­schau­er bei­spiels­wei­se Tschai­kow­skis „Val­se-Scher­zo“ hör­ten, lag la­tent der Duft von Scho­ko­la­de im Raum. So wur­den gleich drei Sin­ne an­ge­spro­chen – viel­leicht auch ein Grund, wa­rum den Zu­schau­ern das Kon­zert so gut ge­fiel. Mar­lies Hup­pertz et­wa zeig­te sich be­geis­tert: „Die Idee hier ist klas­se. Und die So­lis­ten sind groß­ar­tig. Sie ma­chen ein­fach Freu­de!“

Ge­freut ha­ben sich si­cher auch Ele­zi und Pen­gi­li. Denn ne­ben ei­nem an­hal­ten­den Schluss­ap­plaus er­hiel­ten sie als Dan­ke­schön für das her­vor­ra­gen­de Kon­zert Blu­men und ei­ne gro­ße Schach­tel Scho­ko­la­de.

Quelle: General-Anzeiger-Bonn vom 11.04.2017

Last changed: 11.04.2017 at 06:01
Back