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Lehrschwimmbad: Die Zeit drängt

Chlorwasser setzt dem Beton derart zu, dass die Standsicherheit gefährdet sein könnte

Von Claudia Sülzen

Aegidienberg. Die Uhr tickt für das Lehrschwimmbecken in Aegidienberg. Wie berichtet, ist das kleine Hallenbad marode. Bis Ende 2018 müsse feststehen, ob und wie saniert oder doch gleich neu gebaut wird, hatten Gutachter der Stadt Bad Honnef bereits im Herbst 2016 ins Stammbuch geschrieben. Doch noch fehlen Grunddaten für eine Entscheidung, hieß es jetzt im Betriebsausschuss, dem ein neuer Zwischenbericht zur Statik vorgestellt wurde. Und der lässt wenig Hoffnung aufkeimen: Die Verwaltung prüfe gerade, ob das Becken mit Stützen gesichert werden müsse, berichtete der scheidende Chef des Abwasserwerkes und Betriebsleiter Bäder, Marcus Killat.

Ein Gutachten der Polyplan GmbH hatte bereits vor gut eineinhalb Jahren ergeben, dass es um das Bad schlecht bestellt ist. Unter anderem, hieß es damals, brauche es eine komplett neue Technik – ein Unterfangen, das im Prinzip mit einem Neubau gleichzusetzen sei.

Die Studie zu Bau- und Bädertechnik ergab, dass die Kosten für eine Sanierung bei 1,7 Millionen Euro, für einen Neubau bei rund 2,5 Millionen Euro liegen würden. Das Bad, so die Expertise, sei zwar voraussichtlich noch bis 2026 nutzbar; eine Entscheidung, wie es weitergehen solle, müsse aber 2018 fallen.

Im April hatte der Stadtrat die Verwaltung beauftragt, eine Wirtschaftlichkeitsberechnung aufzustellen, die Sanierung und Neubau gegenüberstellt. Dabei sollen nicht allein die Sanierungs- beziehungsweise Baukosten ins Kalkül gezogen werden, sondern auch Betriebskosten und Lebensdauer der jeweiligen Variante. Gefragt war also die beste Lösung unter Kosten- und Zeitfaktor, um ein Schwimmangebot im einzigen Hallenbad aufrechtzuerhalten.

Das Ingenieurbüro Schmidt wurde zudem mit einer Expertise zu Betonbeschaffenheit und Standsicherheit beauftragt. Rein vom optischen Gesichtspunkt her seien bei einer ersten Ortsbesichtigung im Mai zwar keine weiteren über das bekannte Maß hinausgehenden Schäden aufgetaucht, so Ingenieur Markus Robeck in der Sitzung. Aber Aufschluss über die Beschaffenheit des Betons gebe es erst, wenn tiefergehende Untersuchungen erfolgt seien. Grund unter anderem: Das gechlorte Wasser, das durch undichte Dehnungsfugen eindringe, könne zu von außen nicht sichtbarer Korrosion führen. Ein Speziallabor soll das nun untersuchen.

Ausschussvorsitzender Klaus Wegner befürchtete, dass die Stadt kleinere Maßnahmen, die den Verfall des Bades zumindest verlangsamen könnten, bewusst unterlasse. Beispiel: Die defekten Dehnungsfugen sollten repariert werden, damit nicht immer weiter Wasser eindringe. Killat wies das zurück: „Es reicht nicht, eine Silikonfuge zu erneuern, wenn daneben das Wasser im Beton eindringt. Wir haben überhaupt kein Interesse daran, das Bad kaputter zu machen.“

Wegner indes hielt daran fest, dass es darum gehe, nach allen Untersuchungen überhaupt noch eine Sanierungsoption zu haben. Ob es die gibt, wird sich im Herbst zeigen: Dann sollen laut Robeck alle Fakten auf dem Tisch liegen.

Quelle: General-Anzeiger-Bonn vom 15.06.2018

Last changed: 15.06.2018 at 05:04
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