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Nar­re­tei mit ed­len Mu­si­kan­ten

Zum En­de der Fe­ri­en­ak­ti­on in Ae­gi­dien­berg be­su­chen „Die Kup­fer­ste­cher“ die Bae­gi-Kin­der

Von Ros­wit­ha Osch­mann

AE­GI­DIEN­BERG. Mein lie­ber Freund und Kup­fer­ste­cher! Auch wenn es reg­net, wird im Bae­gi – dem Bau­spiel­platz in Ae­gi­dien­berg – ge­baut. Doch ei­ne of­fi­ziel­le Un­wett­er­war­nung hat für Bae­gi-Lei­ter Mi­cha­el Neu­sel na­tür­lich zwin­gend das Kom­man­do zur Fol­ge, das La­ger zu räu­men. Zu­nächst wur­de des­halb er­wo­gen, den Auf­tritt der ed­len Mu­si­kan­ten „Die Kup­fer­ste­cher“, die auf der Büh­ne des Bae­gi-Dor­fes er­war­tet wur­den, ganz ab­zu­sa­gen. Doch dann wur­de das Kon­zert kur­zer­hand in den Ju­gend­treff ver­legt. Und nicht nur die Bae­gi-Kin­der wa­ren da­bei, son­dern auch vie­le El­tern.

In die­sem Jahr stand das Bae­gi-Dorf hin­ter der Theo­dor-Weinz-Schu­le un­ter dem Ti­tel „Gau­di­um, Ge­werk und Nar­re­tei“ und ent­führ­te ins Mit­tel­al­ter. Ei­gent­lich hat­ten Neu­sel und sein Be­treu­er­te­am er­wo­gen, die Kin­der für die „Kup­fer­ste­cher“ noch ent­spre­chend zu schmin­ken. Aber we­gen des kurz­fri­sti­gen Orts­wech­sels war das dann nicht mehr mög­lich. Der Be­geis­te­rung tat das al­ler­dings kei­nen Ab­bruch. Oft san­gen so­wohl Kin­der als auch El­tern mit den vier Mu­si­kan­ten mit, die in mit­tel­al­ter­li­chen Ge­wän­dern steck­ten und aus dem Raum Sankt Au­gus­tin, Hen­nef und Bonn stam­men. Gi­tar­re, Flö­te und ei­ne iri­sche Rah­men­trom­mel, die Bo­dráhn, ka­men als In­stru­men­te zum Ein­satz und sorg­ten für 70 Mi­nu­ten Spaß.

Be­son­ders im­po­nier­te den Mäd­chen und Jun­gen das See­fahr­er­lied, in dem auch Schimpf­wör­ter wie „Mu­schel­schub­ser“ nicht fehl­ten. Ger­ne san­gen sie die Ref­rains ein­zel­ner Ti­tel mit. Beim Lied „See-Hil­fe“ wur­de so­gar ge­tanzt. Zu­nächst üb­te die Band mit den Kin­dern die Schritt­fol­ge, dann wur­de ge­sun­gen: „Ein Schritt nach luv und ein Schritt nach lee, kläg­lich ver­such ich noch auf­recht zu stehn, Weibs­bil­der schüt­telt eu­er Ach­ter­deck, wir träl­lern und schun­keln uns die Flau­te weg …“.

Aber sin­gen kön­nen die Bae­gi-Kin­der so­wie­so. Mor­gens und nach­mit­tags sin­gen sie zum Trom­mel­schlag von Mi­cha­el Neu­sel ihr Bae­gi-Lied: „Wir sind am Bae­gi, wir häm­mern statt hau'n, wir sind am Bae­gi, wir wer­den hier was bau'n. Und gibt es auch mal Streit, das kann ja mal pas­sie­ren, dann sind wir auch be­reit, den Streit zu dis­ku­tie­ren.“ An die­sem Frei­tag geht die fröh­li­che Bae­gi-Zeit zu En­de. Ei­ni­ge Kin­der ver­brach­ten al­le drei Wo­chen bei der Fe­ri­en­ak­ti­on des Ju­gend­treffs Ae­gi­dien­berg, an­de­re wa­ren für ei­ne oder zwei Wo­chen mit da­bei. Da­nach be­ginnt der Ab­bau der selbst er­rich­te­ten Häu­ser. Neu­sel träumt da­bei von ei­nem Wie­sen­grund­stück, auf dem das Bae­gi dau­er­haft blei­ben kann, Hüt­ten nicht mehr ab­ge­ris­sen wer­den müs­sen und auch in den Os­ter- und Herbst­fe­ri­en Bae­gi-Zeit ist.

Wel­ches Mot­to das Bae­gi-Dorf im näch­sten Jahr ha­ben wird, steht noch nicht fest. Viel­leicht sind See­fah­rer und Pi­ra­ten das The­ma. Auch an ei­ne Rie­sen-Ar­che wur­de be­reits ge­dacht. Aber ei­nes ist für vie­le Bae­gi-Kin­der klar: Auch 2018 wer­den sie da­bei sein, ih­ren Bau­spiel­platz er­rich­ten, in ei­ne an­de­re Zeit schlüp­fen und da­bei fröh­li­che Fe­ri­en ge­nie­ßen.

Quelle: General-Anzeiger-Bonn vom 04.08.2017

Last changed: 05.08.2017 at 05:08
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