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Sanierung oder Neubau?

Wirtschaftlichkeitsberechnung soll Klarheit zur Zukunft des Lehrschwimmbeckens bringen

Von Claudia Sülzen

Aegidienberg. Sanierungsfälle gibt es in Bad Honnef beileibe genug: Kurhaus, Rathaus und jetzt das letzte verbliebene Hallenbad, das Lehrschwimmbecken in Aegidienberg – die Liste der Bauten, bei denen über viele Jahre zu wenig getan worden ist, wird immer länger. Während sich beim Inselfreibad die Eröffnung wegen eines Heizungsschadens „nur“ verzögert und aufgrund bislang vergeblicher Suche nach qualifiziertem Badpersonal eventuell die Öffnungszeiten verringert werden müssen (der GA berichtete), steht es um das Lehrschwimmbecken deutlich schlechter. Passiert dort in naher Zukunft nichts, dann muss das Bad spätestens 2026 dichtgemacht werden. Die nötige Investition liegt zwischen 1,7 und 2,5 Millionen Euro. Eine Vergleichsstudie soll nun Klarheit bringen über die bessere Variante. Kosten: 20 000 Euro.

Neu ist die Tatsache des Sanierungsstaus in dem Hallenbad, das von Schulen und Vereinen nach wie vor rege genutzt wird, nicht. Bereits 2016 erstellte das Büro Polyplan Bremen ein Gutachten, das die Schäden dokumentierte. Das Urteil der Gutachter fiel teils vernichtend aus. Und besser geworden sein dürfte der Zustand seitdem nicht: Vom Dach bis zu den Becken reicht die Mängelliste. Nur der in jüngerer Zeit eingebaute Hubboden, der laut Gutachten sowohl bei einer Sanierung als auch bei einem Neubau wiederverwendet werden könnte, kam ohne Beanstandung davon.

Anders sieht es mit der Substanz des Gebäudes aus. So ist die Fassade nicht nur marode und energetisch schlecht, sondern möglicherweise asbestverseucht. Das Dach ist schlecht gedämmt.

Beim Brandschutz muss dringend nachgebessert werden, und die Fluchtwege entsprechen auch nicht mehr den Vorgaben. Letztlich kommt man auch um Betonsanierungen laut Gutachten nicht herum – ein Umstand, der weitere Untersuchungen nötig machen sollte, wie Klaus Wegner (Grüne) in der Stadtratssitzung in Erinnerung rief. Klar ist seit 2016 aber schon: Wasser dringt ein und tropft in den Keller. Das Fazit der Gutachter: Eine Sanierung würde 1,7 Millionen Euro kosten. Ein Neubau läge laut einer ersten Schätzung bei circa 2,5 Millionen Euro.

Um weiterzukommen, beschloss der Stadtrat einstimmig bei vier Enthaltungen, Sanierung und alternativ einen Neubau wirtschaftlich unter die Lupe zu nehmen, um eine Entscheidungsgrundlage zu bekommen. Unter anderem sagt die Gutachterschätzung aus 2016 nicht, wie sich die Unterhaltungskosten in beiden Varianten auswirken. Und die Uhr tickt für das kleine Hallenbad. Sollte sich die Stadt für eine Sanierung entscheiden, müsste diese bis Ende 2018 beginnen, legte die Verwaltung analog zu den Gutachterempfehlungen noch einmal dar.

Ebenso gelte: Der städtische Eigenbetrieb Bäder habe nicht das Geld, Sanierung oder Neubau zu stemmen. „Daher sind für den Erhalt eines Hallen-Schwimmangebotes in Bad Honnef entsprechende Mittel im Kernhaushalt vorzusehen“, so die Verwaltung.

Zwar hätten einige Mitglieder lieber erneut im Betriebsausschuss beraten. Und Lucia Olbrück (SPD) mahnte, nichts zu versprechen, was man nicht halten könne. Daran, dass gehandelt werden muss, bestand aber kein Zweifel. Der Rat gab sein Plazet für die Untersuchungen. Und setzte ein erstes Signal, dass die wirtschaftlichste Lösung anzustreben sei – im Falle eines Falles eben auch ein Neubau.

Quelle: General-Anzeiger-Bonn vom 24.04.2018
Last changed: 24.04.2018 at 05:12
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