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Schö­ner Aus­blick, tol­le Nach­barn und Na­tur

Den er­sten Hoff­loh­markt im Neu­bau­ge­biet in Rott­bit­ze or­ga­ni­sier­ten 18 jun­ge Fa­mi­li­en. Der Zu­sam­men­halt ist groß

Von Ros­wit­ha Osch­mann

ROTT­BIT­ZE. Auf dem Bü­gel hing ein grü­nes Ball­kleid mit auf­wen­di­ger Pail­let­tens­ti­cke­rei. Mit der Auf­schrift „Prin­zes­sin­nen­kleid“ war das schi­cke Teil auf dem Hoff­loh­markt in der Wohn­sied­lung Auf dem Schuß aus­ge­schil­dert. Ni­na Kro­ne (41) trug es einst beim Ab­schluss­ball ih­rer Schu­le in Ka­na­da. Mit 17 war die Ae­gi­dien­ber­ge­rin dort­hin auf­ge­bro­chen. Nach dem Ar­chi­tek­turs­tu­di­um in Deutsch­land zog es sie er­neut als Jour­na­lis­tin in die wei­te Welt. Im Herbst ver­gan­ge­nen Jah­res kehr­te Kro­ne in ih­ren Hei­mat­ort zu­rück. Mit Ehe­mann Pa­trick Le­gor­je (42) und den Kin­dern Ka­spar (4) und An­ni (2). Sie be­zo­gen ein Haus in der Stra­ße Im Schuß. Hier or­ga­ni­sier­te sie nun mit Ini­ti­ato­rin Do­reen Klei­ne-Rein­ders (39) den er­sten Floh­markt, für den sich 18 Fa­mi­li­en zu­sam­men­ge­tan hat­ten.

Bad Hon­nef wächst am Berg: An­ge­sichts des flo­rie­ren­den neu­en Bau­ge­bie­tes lässt sich das un­ter­schrei­ben. Laut Stadt ent­stan­den 350 Ein­fa­mi­li­en­häu­ser. Vor 13 da­von an den Stra­ßen Auf dem Schuß, Auf dem Hö­her­berg, Im gro­ßen Gar­ten und am Ho­lun­der­weg wa­ren Stän­de auf­ge­baut, wo un­ter an­de­rem Bü­cher, Klei­dungs­stü­cke und Bil­der an­ge­bo­ten wur­den. „Das soll da­zu die­nen, die Ge­mein­schaft zu stär­ken“, sag­te Do­reen Klei­ne-Rein­ders. Vor ih­rem Haus von war Schatz­su­che an­ge­sagt. Für die grö­ße­ren Pänz gab es Bo­gen­schie­ßen und ein Pi­ra­ten­kopf­spiel. „Wir hof­fen, dass der Floh­markt ein Selbst­läu­fer wird und künf­tig ein­mal im Jahr statt­fin­det und al­le Be­woh­ner der Sied­lung noch nä­her zu­sam­men­rü­cken“, so die Neu-Ae­gi­dien­ber­ge­rin, die sich von den Hoff­loh­märk­ten in Köln in­spi­rie­ren ließ. „Wir hat­ten das er­ste Haus auf die­ser Sei­te der Stra­ße“, er­zählt die Mut­ter von Ron­ja (6) und Ja­kob (2). 2015 zog die So­zi­al­pä­da­go­gin mit Mann Se­bas­ti­an Rein­ders (41) von Bonn hier­her. Sie wa­ren schon zu Schul­zei­ten be­freun­det und ver­bin­den mit dem Sie­ben­ge­bir­ge schö­ne Er­in­ne­run­gen. Als Ron­ja ge­bo­ren wur­de, such­ten sie nach ei­ner grö­ße­ren Woh­nung. „In Bonn war das sehr teu­er. Als die Stadt Bad Hon­nef hier Grund­stü­cke ver­kauf­te, ha­ben wir zu­ge­grif­fen. Wir füh­len uns hier sehr wohl“, er­zählt sie.  

Was ihr und den Nach­barn ge­fällt: Es le­ben jun­ge Fa­mi­li­en mit Kin­dern im sel­ben Al­ter in der Sied­lung, so­dass al­le Spiel­ge­fähr­ten ha­ben. „Wir sind ei­ne ho­mo­ge­ne Grup­pe.“ Ron­ja, die be­reits bei den Sport­freun­den Ae­gi­dien­berg trai­niert, wur­de ge­ra­de ein­ge­schult. „Der Schul­bus bringt sie kos­ten­los zur Schu­le.“ Die Müt­ter ver­ab­re­den sich und brin­gen die Kin­der ab­wech­selnd zum Bus. Fahr­ge­mein­schaf­ten exis­tie­ren zum Kin­der­gar­ten. „Wir sind hier an­ge­kom­men“, sagt Pa­trick Le­gor­je. Er ar­bei­tet für ei­ne Fir­ma in Süd­deutsch­land, von zu Hau­se aus, muss ab und zu mal aus­rü­cken. „Ich schät­ze die Nä­he zur Au­to­bahn  und zum Flug­ha­fen.“ Der Blick ins Sie­ben­ge­bir­ge, die Fül­le an Na­tur und die fuß­läu­fi­gen Ein­kaufs­mög­lich­kei­ten zählt die Fa­mi­lie zu den Plus­punk­ten. „Ich hat­te schon Angst vor der Ein­sam­keit, be­vor ich hier­her zog“, ge­steht Ni­na Kro­ne. „Aber ich bin sehr glü­cklich, in ei­nem Neu­bau­ge­biet zu sein.“ Mit an­de­ren grün­de­te sie be­reits ei­ne What­sapp-Grup­pe. Wer Hil­fe braucht, mal ei­nen Ba­by­sit­ter oder ei­ne Tü­te Milch, mel­det sich ein­fach.

Be­son­ders freut sich Kro­ne über ei­nen alt­ein­ge­ses­se­nen Nach­barn aus der Stra­ße Im Schön­blick. Er brach­te drei Gar­ten­tör­chen in sei­nem Zaun an, so­dass sich die Nach­bar­skin­der über sein Grund­stück hin­weg tref­fen kön­nen, oh­ne ei­ne Stra­ße über­que­ren zu müs­sen. „Der hat be­stimmt erst mal ei­nen Schreck be­kom­men, als hier Bau­grund­stü­cke ent­stan­den. Aber er hat sol­che Freu­de da­ran. Bei ihm ha­ben wir schon Nach­bar­schafts­fes­te ge­fei­ert.“ Ei­ne Men­ge Bü­cher und das Ge­mäl­de ei­nes ita­lie­ni­schen Pro­fes­sors stan­den bei Ka­trin Schü­rin­ges vor dem Haus. „Wir woh­nen seit fünf Jah­ren hier. Mit Fie­te sind wir ein­ge­zo­gen.“ Zum Sechs­jäh­ri­gen ka­men noch Svea (3) und Tja­re (4 Mo­na­te) hin­zu. Die Na­tur und die tol­le Nach­bar­schaft schätzt die Di­plom-Pä­da­go­gin be­son­ders. „Das länd­li­che Woh­nen war uns wich­tig. Wohn­raum für ei­ne grö­ße­re Fa­mi­lie ist in der Stadt oh­ne­hin nicht drin.“

Fie­te wur­de der­weil ein Stück­chen wei­ter ent­fernt von Kat­ha­ri­na Gen­schel in ei­nen Vam­pir ver­wan­delt. Ihr Mann Ale­xej ist in Rott­bit­ze auf­ge­wach­sen. Vor zwei Jah­ren bau­ten sie. „Die Nach­bar­schaft ist sehr schön hier.“ Der Lie­be we­gen kam Eli­sa­beth Huhn (35) vor 14 Jah­ren nach Deutsch­land. Seit 2015 wohnt sie mit ih­rem Mann Chris­ti­an in der Stra­ße Im Schuß. „Wir ver­mis­sen hier gar nichts. Wir ha­ben Ru­he und Na­tur oh­ne En­de, ei­nen fan­tas­ti­schen Blick.“ Und auch sie be­tont: „ei­ne tol­le Nach­bar­schaft“. Mit dem Floh­markt rück­ten die Be­woh­ner noch nä­her zu­sam­men.

Quelle: General-Anzeiger-Bonn vom 20.09.2017

Last changed: 20.09.2017 at 05:04
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